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 Buchmesse Leipzig 2007 Foto: Amrei-Marie Kurzbiografie
Herta Müller
geboren am 17.08.1953 in Nitzkydorf (Rumänien) als Angehörige der deutschsprachigen Minderheit im Banat.
1972-1976 Studium der Germanistik und Rumänistik in Temeswar.
1977-1980 Übersetzerin in einer Maschinenbaufabrik. Entlassung wegen der Weigerung, mit dem Geheimdienst Securitate zu kooperieren. Danach nur noch zeitweilig als Lehrerin beschäftigt.
Das Erscheinen des ersten Buches Niederungen wurde jahrelang verhindert. 1982 erschien es nach starken Eingriffen der Zensur und 1984 in der Originalfassung in Deutschland. Ab 1985 Publikationsverbot in Rumänien. Doch ihre ungeschminkte Darstellung und Kritik der Realität der Diktatur Ceausescus in westlichen Medien führte zu immer stärkerer Repressionen bis hin zu Todesdrohungen. 1987 konnte sie nach Deutschland ausreisen.
Sie lebt seither in Berlin.
Von ihren Büchern erschienen bisher Übersetzungen in 24 Sprachen. Zuletzt erschienen die Romane „Herztier“ (Rowohlt 1994), „Heute wär ich mir lieber nicht begegnet“ (Rowohlt 1997), der Band mit Textcollagen „Im Haarknoten wohnt ein Dame“ (Rowohlt 2000) und die Vorträge „Der König verneigt sich und tötet“ (Hanser 2003) und der neue Collagenband "Die blassen Herren mit den Mokkatassen" (Hanser 2005). 2009 wurde ihr Roman "Atemschaukel" für den Deutschen Buchpreis nominiert und gelangte ins Finale der besten sechs Romane. In diesem Buch zeichnet die Autorin die Deportation eines jungen Mannes in ein sowjet-ukrainisches Arbeitslager nach, das exemplarisch für das Schicksal der deutschen Bevölkerung in Siebenbürgen nach dem Zweiten Weltkrieg steht.
Am 8. Oktober 2009 erhielt Herta Müller den Nobelpreis für Literatur für 2009. Sie habe „mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit“ gezeichnet, hieß es in der Würdigung. Begründet wurde die Vergabe des Nobelpreises mit der Intensität der von ihr verfassten Literatur. Die Titel ihrer Bücher enthalten häufig Sprachbilder, die im Hochdeutschen nicht üblich sind.
Sie erhielt zahlreiche Literaturpreise - u.a.: Aspekte - Literaturpreis 1984, Kleist-Preis 1994, Literaturpreis „Aristeion“ der Europäischen Union 1995, The International IMPAC Dublin Literary Award 1998, Franz-Kafka-Literaturpreis 1999, Carl-Zuckmayer-Medaille 2002, Joseph-Breitbach-Preis 2003, den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung 2004, den Würth-Preis für Europäische Literatur und den Walter-Hasenclever-Literaturpreis 2006, die Ehrengabe der Heinrich-Heine-Gesellschaft und den Franz-Werfel-Menschenrechtspreis 2009 und den Hoffmann-von-Fallersleben-Preis für zeitkritische Literatur 2010.
letzte Änderung: 18.04.2010
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