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Kurzbiografie
Herta Müller
geboren am 17.08.1953 in Nitzkydorf (Rumänien) als Angehörige der deutschsprachigen Minderheit im Banat.
1972-1976 Studium der Germanistik und Rumänistik in Temeswar.
1977-1980 Übersetzerin in einer Maschinenbaufabrik. Entlassung wegen der Weigerung, mit dem Geheimdienst Securitate zu kooperieren. Danach nur noch zeitweilig als Lehrerin beschäftigt.
Das Erscheinen des ersten Buches Niederungen wurde jahrelang verhindert. 1982 erschien es nach starken Eingriffen der Zensur und 1984 in der Originalfassung in Deutschland. Ab 1985 Publikationsverbot in Rumänien. Doch ihre ungeschminkte Darstellung und Kritik der Realität der Diktatur Ceausescus in westlichen Medien führte zu immer stärkerer Repressionen bis hin zu Todesdrohungen. 1987 konnte sie nach Deutschland ausreisen.
Sie lebt seither in Berlin.
Von ihren Büchern erschienen bisher Übersetzungen in 24 Sprachen. Zuletzt erschienen die Romane Herztier (Rowohlt 1994), Heute wär ich mir lieber nicht begegnet (Rowohlt 1997), der Band mit Textcollagen Im Haarknoten wohnt ein Dame (Rowohlt 2000) und die Vorträge Der König verneigt sich und tötet (Hanser 2003). Sie erhielt zahlreiche Literaturpreise - u.a.: Aspekte - Literaturpreis 1984, Kleist-Preis 1994, Literaturpreis Aristeion der Europäischen Union 1995, The International IMPAC Dublin Literary Award 1998, Franz-Kafka-Literaturpreis 1999, Carl-Zuckmayer-Medaille 2002, Joseph-Breitbach-Preis 2003.
Am 16.05.2004 wurde Herta Müller in Weimar der Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung verliehen. In der Begründung der Jury heißt es, sie habe sich in «ihren Romanen und Essays mit der Diktatur und der Tätergeneration der Eltern sowie mit dem Aufbruch nationaler Minderheiten in Osteuropa intensiv auseinandergesetzt. Als Chronistin des Alltagslebens in der Diktatur hat sie protestiert gegen verordnetes Denken und entmündigtes Sprechen, und sie hat sich für demokratische Grundwerte engagiert.»
letzte Änderung: 20.05.2004
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